In diesem Beitrag geht es nicht um Bier, auch wenn das Bild darauf schließen lassen könnte. Vielmehr geht es um einen Abschied. Und darum, dass ich einen Neuanfang wagen will.

Die meisten Leute, die mich kennen, dürften mich schon einmal mit meinem Auto gesehen haben. Ein auberginefarbener Kleinwagen einer deutschen Automarke mit Blitzsymbol, die Typenbezeichnung teilt es sich mit einer Hamburger Biermarke. Das Auto ist mittlerweile 25 Jahre alt und befindet sich davon schon 18 Jahre in meinem Besitz. Weit über 300.000 Kilometer zeigt der Tacho an, doch der Motor ist nicht das Problem. Der Wagen muss über den TÜV.

Die Autowerkstatt meines Vertrauens hat die rollende Aubergine hochgenommen und durchgecheckt. Die Aussage war klar: Den Wagen durch den TÜV zu bringen, wird zum kostspieligen Abenteuer ohne Garantie auf Erfolg. Ich muss mich also mit dem Gedanken anfreunden, dass das Ende nah ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich trotz der vielen Jahre kein wirklich emotionales Verhältnis zu dem Wagen habe. Natürlich gibt es dazu eine Menge Geschichten: Mein Vater Franz, der leider schon 15 Jahre tot ist, hat es damals in meinem Heimatort Gemmerich für mich gekauft, als mein voriger Wagen den Geist aufgegeben hatte.  Die meiste Zeit hat das Fahrzeug mich sicher und zuverlässig an mein Ziel und wieder zurück nach Hause gebracht. Ein paar Pannen gab es, manchmal sprang er nicht an, selten regnete es durch das nicht ganz dichte Schiebedach rein… Praktisch war das Auto, weil meine Bassets gut auf der Rückbank sitzen konnten. Aber ich muss gestehen, dass ich den Wagen niemals schön fand. Er war halt da und nützlich.

Jetzt habe ich beschlossen, mir zum ersten Mal in meinem Leben ein Auto zu kaufen, das mir auch gefällt. Ein Gebrauchter soll es werden, damit das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. In meinem Budgetrahmen gibt es sowieso keine Neuwagen, die mir gefallen würden … Der Gebrauchtwagenmarkt bietet jedenfalls im Moment eine große Menge an Fahrzeugen an. Das macht die Auswahl  nicht leichter, wenn man nicht festgelegt ist. Im nächsten Frühjahr mache ich mich auf große Lesereise durch Deutschland auf. Darum stelle ich mir bei den Autos immer vor, ob ich damit gerne bei einer Veranstaltung vorfahren würde.

Ich mag kantige Geländewagen, stehe aber auch auf luxuriöse Limousinen-Schiffe. Oder soll es doch ein schnittiger Sportwagen sein? Immer, wenn ich denke, dass ein Modell etwas für mich sein könnte, spüre ich den mahnenden Einfluss meines vernünftigen Vaters. Dann denke ich, dass vielleicht doch ein praktischer Kombi von einer Marke sinnvoll sein könnte, der günstig zu unterhalten ist und wenig Sprit verbraucht.

Mal sehen, wofür ich mich letztlich entscheide. Nur eines ist absolut klar: Eine rollende Aubergine wird es nicht noch einmal!